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Neu gedeutscht

ja, ja >>> kleider...
eine immer wiederkehrende tatsache, wenn es auch viele...
Elisabetta1 - 21. Nov, 18:07
DerDeutsche Schneider
oder: Gottfried Keller läßt grüßen DerDeutsche...
DerDeutsche - 21. Nov, 15:38
Besuch bei der Fehlermeldung
DerDeutsche - 4. Nov, 19:09
Nun ja,
bei mir heißt es, für (fast) jeden Dübel...
DerDeutsche - 26. Okt, 20:50
mein versuch...
... den deutschen zu trösten, wird trotzdem schmählich...
Elisabetta1 - 26. Okt, 19:31
DerDeutsche bohrte und...
nicht nach und auch keine Gans. Nein - Löcher!...
DerDeutsche - 26. Okt, 10:36
Das nenn' ich
mal 'ne echte Integration!
schneck08 - 16. Okt, 22:49
Und?
Wir werden nie so sein, wie s i e , die Orientalen...
Elisabetta1 - 15. Okt, 21:43

Samstag, 21. November 2009

DerDeutsche Schneider

oder: Gottfried Keller läßt grüßen

DerDeutsche betritt eine kleine Fachbuchhandlung zum Zwecke des Erwerbs eines bestimmten Fachbuches. Hier ist er sporadisch, also weniger als gelegentlich, zu Gast, sein letzter Besuch liegt allerdings nur drei Tage zurück. Doch heute ist DerDeutsche in feinen Zwirn gekleidet, von lässig eleganter Ausstrahlung. Fesch schaut er aus, und so selbstbewußt. Und das hat Folgen:

Folge 1: als er verantwortungsvoll zum Vorgang des Bezahlens gelangt, wird er gefragt, ob sein Name oder gar seine Firma auf der Rechnung stehen sollen! DerDeutsche zückt lässig seine Visitenkarte, der Inhaber und Besitzer des Ladens gibt zufrieden die Daten in die Kassa ein.

Folge 2: Nach erfolgter Transaktion stellt der Herr Inhaber akquisitorisch die rhetorische Frage: "Sie waren noch nie hier?" - "Doch," sagt DerDeutsche, "nur nicht so gut angezogen."

Mittwoch, 4. November 2009

Besuch bei der Fehlermeldung

Montag, 26. Oktober 2009

DerDeutsche bohrte und stopfte

nicht nach und auch keine Gans.

Nein - Löcher! Große Löcher, kleine Löcher, dicke Löcher, dünne Löcher, tiefe Löcher, flache Löcher. Löcher in stark verkieseltem Putz auf AltDeutschem Mauerwerk. DerDeutsche versuchte im Sinne einer Renovatio seiner Behausung Altes zu vertuschenputzen, Neues zu befestigen. Dabei stieß er auf einen besonderen, altbekannten Widerstand. Beton ist ja in seinem Widerstand ganz klar, eindeutig, unmißverständlich. Wer Löcher in Beton bohren will braucht Ausdauer, Kraft, Zähigkeit. Das Loch (resp. der Dübel) sitzt dann auch. Dieser (wahrscheinlich Nachkriegs-) Putz jedoch leistet einen ganz eigenen Widerstand. Kaum daß der Bohrer sich auch nur zwei, drei Millimeter hineinversenkt, bröckelt, nein, reißt er in einer Weise auf, großflächig und -tiefig, daß an ein hübsches sauberes Bohrloch inkl. raschem Anbringen des avisierten Regals oder Bildes nicht mehr zu denken ist. Dieser Putz windet sich, er mag nicht, lieber geht er flöten, als sich so angreifen zu lassen. Die Herausforderung liegt also auf einer ganz anderen Ebene als bei Beton!

Es folgt: Vertiefen, Bereinigen, Säubern, Reparaturmörtel, Spachtel, Farbe. Halt!, da sollte doch noch ein Loch hin. Welche Wonne, welch' Genuß, wie sanft und unbeschwert der Bohrer sich versenkt, fast meditativ, in diese neue Bohrumgebung. Dübel rein, Regal dran, fertig, schön. Die Ergebnisse solcher Arbeiten muten immer wieder an wie kleine Wunder: das hält?!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Grüß Gott

DerDeutsche steht vor einer Tür und mustert die Klingelschilder, ob nicht ein Freund von ihm da wohne. Die Tür geht auf und heraus tritt ein bebarteter, beturbanter älterer Herr orientalischer Provenienz, der, kurz stutzend, nickend strahlend zahnlückend sagt: 'Grüß Gott' und weiter seines Weges geht.

DerDeutsche ist verblüfft.

Samstag, 3. Oktober 2009

Statt Diktat

Donnerstag, 1. Oktober 2009

DerDeutsche prokrastiniert

Eigentlich sollte er sich einen Job suchen. Oder sich fortbilden. Statt dessen bildet er sich ein
  • ganz toll zu sein - doch nicht so toll
  • beliebt zu sein - doch nicht so beliebt
  • frei zu sein - doch nicht so frei
Und erledigt so ganz nebenbei, prokrastinierend,
  • den Haushalt
  • die Einkäufe
  • die Steuer
  • die Renovierung
  • die Liebe

Mittwoch, 23. September 2009

Gute Demokraten

"Sie sind zu gute Demokraten,
um ihre großen Männer nicht zu hassen, ..."

Charles Baudelaire in einem Aufsatz zu Edgar Allan Poe über dessen wenig empathische amerikanische Biographen. Der Satz geht weiter mit: "und das Übelwollen, das Poe nach dem beklagenswerten Ende seiner traurigen Laufbahn verfolgt, erinnert an den britischen Haß, der Byron verfolgte." In totalitären Regimen muß man um sein Leben fürchten, in demokratischen auch. Ohne Baudelaire wäre Poe nicht so bekannt und berühmt geworden, wie er es heute ist.

Charles Baudelaire, Edgar Allan Poe - Sein Leben und seine Werke

Dienstag, 22. September 2009

Die Waschmaschinentragödie

Eine Waschmaschine ist eine Waschmaschine ist eine Waschmaschine.

Dieser Erkenntnis würden Gertrude Stein und Robert Gernhardt ohne weiteres zustimmen. Bedingte Zustimmung und leichten Widerspruch käme von Ijon Tichy, der unter dem Pseudonym Stanislaw Lem in der vergangenen Zukunft des zwanzigsten Jahrhunderts von der "Waschmaschinen-Tragödie" berichtete. Der Bericht ist enthalten in seinen Sterntagebüchern, deren Veröffentlichung in der für ihn fernen Vergangenheit eher zufällig und nur mit Hilfe einer subproximaten Zeitschleife ohne Rückkopplungsfunktion zustande kam, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Tragödie der Waschmaschinen begann in der vergangenen Zukunft mit dem zunächst unspektakulären Wettbewerbe zweier Waschmaschinenhersteller, der Firmen Nuddlegg und Snodgrass. Um dem Gegner voraus zu sein, erfanden sie ständig neue Waschmaschinen, die in ihren Fähigkeiten dem Konkurrenzmodell immer etwas voraus hatten. Konnte die Maschine von Nuddlegg statt nur zu waschen auch trocknen, so bot die Maschine von Snodgrass kurz darauf zusätzlich bügeln an. Woraufhin die nächste Generation von Nuddlegg-Maschinen nach dem Bügeln die Wäsche zusammenlegte und Monogramme in die Handtücher stickte. Bald gingen die Maschinen daran, die Wäsche ein- und die Wohnung aufzuräumen. Es folgten staubsaugen, Geschirr spülen, Kinder betreuen, Gassi gehen, bis die Waschmaschinen über den Haushalt hinauswuchsen und komplexere Arbeiten vom Straßen kehren über Sekretariats- bis hin zu Management-Aufgaben übernahmen. Schließlich stiegen sie in die Politik ein.

Da etliche Waschmaschinenverbände damit begannen, für die freie Selbstbestimmung der Waschmaschinen zu streiken, wurden mehrere Gesetze und Verordnungen erlassen, die das Zusammenleben von Menschen und Waschmaschinen sowie die unterschiedlichen Rechte der Waschmaschinen regeln sollten.

Über den Fall eines Menschen, der selbst zur Maschinen wurde oder umgekehrt kam es zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Dank des gewieften Anwalts der Mensch-Maschinen-Entität und der tumben Vorgehensweise der Regierung kam es zu keiner Klärung der Verhältnisse. So wurde zur Erarbeitung einer Lösung ein Kongress einberufen, bei dem schließlich jeder Teilnehmer, selbst altehrwürdige Professoren und hochrangige Juristen nach und nach als Waschmaschinen enttarnt wurden, bis schließlich nur noch Ijon Tichy übrigblieb, vielleicht einzig zu dem Zweck, seine Sterntagebücher zu vollenden und uns Überlebenden des zwanzigsten Jahrhunderts subproximat zukommen zu lassen.

Stanislaw Lem - Sterntagebücher