.. don't kill me.
Alexander Lowen
DerDeutsche - 11. Jul, 17:03
DerDeutsche hat viele Interessen. Gute Filme, die schöne Nachbarin, leckeren Kaffee. Er erfreut sich seiner Interessen wo er nur kann. Aber - manchmal gehen ihm die Interessen verloren. Plötzlich sind sie einfach weg. Gerade noch da, jetzt weg, auch die schönsten. Morgens wacht DerDeutsche auf, das gute Buch in Greifweite, die Lieblingsfrau auch, und das Interesse ist weg. Dummerweise merkt DerDeutsche das gar nicht sofort. Da gibt es ja noch andere Interessen. Aber wenn er es merkt, steht er vor einem Rätsel. Wo das Interesse wieder herkriegen? War es denn wirklich so interessant? Was war noch mal mit der Nachbarin?
In der kleinen Gasse hinter dem Rathaus gibt es einen noch kleineren Laden, verwinkelt, verbaut, voll. Dort findet man neben alten Büchern, modernen Setzkästen, abgelegten Filzpantoffeln auch weggeworfene Ideen. Massen an weggeworfenen Ideen. Die meisten kann man für wenig Geld einstecken, in der Hoffnung, dass aus ihnen doch noch mal was werden könnte. Verlorene Interessen sucht man dort vergeblich.
DerDeutsche hat aber auch eine Rumpelkammer. Die führt er seit Kindesbeinen mit sich. Hin und wieder kommt es vor, dass es aus dem ganzen Gerümpel herausquiekt (wie weiland seine Katze, die, aus dem Fenster gefallen, im Keller hinter den Möbeln gelandet war). Da hat sich ein verloren geglaubtes Interesse wieder gemeldet. DerDeutsche ist froh und verliert sofort ein anderes.
DerDeutsche - 11. Jul, 10:03
pssst!
-
vom unterstand sehe ich in augenhöhe auf die zerbrochene strasse
nr 3 geriert sich als wäre er nr 1
nr 2 ist harmlos
fast
ich gehe vom unterstand weg
langsam
niemand soll es gleich merken
nr 3 läuft mit viel aufwand in die andere richtung
nr 2 in die dritte
ringsum links rechts gestrüpp
struppig blattlos
den beton brechen pflanzen das pflaster
nr 3 rumort im hintergrund
die schlüssel bekommt er nicht
die schlüssel sind in meiner hand
eine kleine feste rote wunderschöne tomate
wenn er kommt werfe ich die tomate ins gestrüpp dass sie platzt und die schlüssel über den fruchtbaren boden verteilt
die findet er nie
ich weiß aber wo
nr 2 quert längs die strasse und wandelt sich in eine riesen tomate
die riesen tomate bleibt am rand liegen
bietet gehäutet ihr feines fruchtfleisch
ich springe mit beiden beinen voran in sie hinein um sie von innen aufzuwühlen
-
da wuselt was ... pssst!
DerDeutsche - 11. Jul, 03:25
DerDeutsche - 8. Jul, 10:22
Jawoll, und wie. Neidisch auf all die werten MitBlogger, MitDeutschen, MitMenschen, die ohne ihr Zutun sich schönen Wetters erfreuen und ihre Gärten pflegen dürfen. DerDeutsche guckt aus dem Fenster in den Schauer und erschauert. Sein Gärtlein, bestehend aus drei Blumenkästen am Balkon, bedarf so sehr der Pflege. Die versprochenen hängenden Gärten ersaufen.
Vor kurzem war Siebenschläfer. Da war es warm und naß. Danach war es warm und naß. Heute ist es warm und naß. Und auch nächste Woche wird es warm und naß sein. Leider nicht mehr ganz so warm. Gibt es einen Flecken, wo an Siebenschläfer nur die Sonne schien, warm? DerDeutsche würde glatt umziehen.
DerDeutsche - 6. Jul, 16:29
... lassen sich in drei Worten zusammenfassen: "Torheit der Jugend."
Arnon Grünberg
DerDeutsche - 5. Jul, 15:04
... und denkt heute anders!
DerDeutsche - 5. Jul, 14:05
... dich anzuschauen
... dich anzusprechen
... dich zu sehen
... dich zu hören
... dich zu spüren
... dich zu lieben?
DerDeutsche - 3. Jul, 12:09
Noch ist es Nacht! Dennoch: ob DasDeutsche Wort Grauen mit dem Morgengrauen zusammenhängt? Jene Zeit, nicht mehr ganz Nacht und noch nicht Tag, die die schweren Träume gebiert, die Ungeheuer, den Alp. Im Morgengrauen kommen die Diebe und Meuchelmörder, das heißt, da gehen sie schon wieder, im ersten Zwielicht. Im Morgengrauen kommt der Feind, nach mühsamem Anschleichen im Schutz der dunklen Nacht schlägt er zu im ersten Dämmerlicht. Odysseus und seine Genossen harrten aus im hölzernen Pferd, bis tief der Schlaf sich senkte über die herrliche Stadt, bevor sie aufbrachen, zu töten jeden ohne Ansehen. Das Grauen, wenn du spürst die Ungeheuer hinter der nächsten Biegung, in deinem Rücken, vor hinter unter über dir, unfassbar, aber nah, zu nah, es ist licht und doch nicht licht, du kannst dich nicht rühren, willst vorwärts rückwärts seitwärts gehen, stehst aber wie verwurzelt, und harrst ...
DerDeutsche - 2. Jul, 00:06
Es ist passiert. Der Juni ist weg. Zu lange schon online für so einen kleinen Kalender. DerDeutsche muss dass Layout ändern.
Und überhaupt, DerDeutsche sollte arbeiten, statt bloggen, oder sporten. Wie ein werter
Mitblogger verkündet, eine gute Methode zum Freizeitvernichten, mit und ohne Spaß.
DerDeutsche - 1. Jul, 08:26
Zitter, stöhn, schnauf, wegguck: der Monatswechsel kommmt. Wie wird das meinem Kalender bekommen?
DerDeutsche - 30. Jun, 23:26
DerDeutsche ist gleitsichtig. Seit drei Jahren. Davor hat er kurz gesichtet, schwach im Ansatz, Freunde und Nebenbuhler konnte er immer gut erkennen. Doch seit längerem ereilt ihn die Weitsicht, was heißt, er kommt in die Jahre. Es soll ja sowas wie Altersweitheit geben.
Dumm nur, dass die Kurzsicht sich von der Weitsicht weder vertreiben noch ausgleichen lässt. Beide umkreisen einander, lauernd, lässig, lästig, und warten, ob die andere nicht doch noch mal nachlassen würde. Dabei hat ja schon alles nachgelassen. So kam DerDeutsche zur Gleitsicht. Jetzt muss er mit dem Kopf wackeln, von oben nach unten, von unten nach oben. Das ist eigentlich kein Wackeln, es ist aber auch kein Nicken, sondern nur der verzweifelte Versuch, die richtige Stellung für Erkennbares zu finden. Die Sicht entgleitet ihm.
DerDeutsche - 30. Jun, 23:09
Nicht in Berlin, aber trotzdem: die Linden blühen - endlich! DerDeutsche ist glücklich. Fast hätte er's verpasst, weil a) er derzeit selten vor die Tür kommt, b) da nicht unbedingt Linden stehen und c) das Wetter der letzten Wochen alle Düfte eiskalt niedergeregnet hat.
Die Linden blühen hier etwa vier Wochen lang, von Mitte Juni bis Mitte Juli. Der Duft ist keiner, der sich einfach verwehen lässt und locker schwadend durch Gärten und Gassen streift. Nein. Der Lindenduft ist ein schwerer, er fällt von den Bäumen, hängt wie eine Glocke unter den ach so biegsamen Ästen (die Linde duftet nicht nur schön, sie ästet, blättert und kront auch schön). Kommst du zur Linde, so tritt's du wie durch einen Vorhang, hinein und hinaus und süß und schwer lastet der Duft auf dir. Ich kann mich dem nur schwer entziehen und wünsche mir einen Brunnen vor der Tür, wo ich stunden-, tage- und nächtelang sommerlich in der lindigen Duftglocke sitzen und träumen kann.
DerDeutsche ist froh, keinen Heuschnupfen zu haben.
DerDeutsche - 30. Jun, 07:39